Foto: Stefan Loiperdinger

Reisebericht
Südafrika

Unisono verfallen Golfer, Gourmets, Weinliebhaber und Safarifans beim Stichwort "Südafrika" in wehmütiges Schwärmen. "Oh wie schön, da muss ich unbedingt wieder hin" ist die gängige Sehnsuchtsbekundung. Also Zeit, das Land der Sehnsüchte selbst zu erleben. Safari, Garden Route, Weinland und Kapstadt sind die Stationen zum Abhaken. Erlebniswert und Komfort die Messlatte. 

Foto: Kariega Game Resort

Großes Programm für kleine Gruppen.

Statt Selbstfahrertour im Mietwagen also ein Chauffeur, statt zwanzig oder dreißig Mitreisenden eine kleine Gruppe mit maximal acht Personen und die gesamte Tour von erfahrenen Spezialisten organisiert. Davon gibt es jede Menge, und nach einer gründlichen Recherche entscheiden wir uns für den britischen Reise-Spezialisten Cox & Kings mit 265 Jahre Erfahrung in maßgeschneiderten Erlebnisreisen. Eine Entscheidung, die sich mehrfach auszahlt. Dzyia, die Spezialistin für Südafrika, kennt die Touren aus eigener Erfahrung und fand schnell genau das Richtige für uns, um erste Eindrücke von der Vielfalt des Landes an der Südspitze Afrikas zu sammeln. Zwölf Tage Safari, Küstenwandern, Walbeobachtung, Weinverkostung und Schlemmen – mit Kapstadt als krönendem Abschluss. Obwohl wir nur zu dritt waren – meine Frau, ich und eine Dame aus Gloucestershire –, wurde die Tour von Cox & Kings durchgeführt.

Foto: Kariega Game Resort

Die elf Stunden in der Holzklasse der British Airways bis Johannesburg verliefen angenehmer als befürchtet. Am Gate sorgte ein beflissener Mitarbeiter der Reiseagentur für einen reibungslosen Weiterflug nach Port Elizabeth, wo unser Fahrer Ceasar und Guide Jürgen auf uns warteten. Beide waschechte Südafrikaner, die unsere Reise zum reinsten Vergnügen machten. Mit ihren Anekdoten und Geschichten erlebten wir die Orte und Sehenswürdigkeiten viel intensiver als im Selbststudium. Kein zeitraubendes Studieren von Straßenkarten, kein plötzliches Verirren im Nirgendwo und keine verlorene Zeit bei der Parkplatzsuche. Ceasar kennt die Gegend wie seine Westentasche, bringt uns überall hin und steht jedes Mal rechtzeitig bereit, um uns wieder abzuholen. Da er früher bei der Polizei in Johannesburg war, fühlten wir uns sicher wie in Abrahams Schoß. Schon bald waren die beiden nicht mehr Fahrer und Guide, sondern gute Freunde und Weggefährten.

coxandkings.co.uk

Fotos: Kariega Game Resort

Afrikas Wildnis stilvoll entdeckt.

Nach zwei Stunden Fahrt wurden wir in der Safari Lodge des Wildlife Parks Kariega mit einem 3-Gänge-Lunch begrüßt. Zwei Lodges mit Pool, Restaurant und Bar sowie 26 luxuriöse Chalets fügen sich unauffällig in das Buschland des riesigen, 110 Quadratkilometer großen Privatparks ein. Die moderne Architektur kombiniert landestypische Materialien wie Holz und Naturstein und offene Feuerstellen. Die Lodge ist umgeben von unberührter Wildnis: endlose Weiten, eine sanfte Hügellandschaft mit tief eingeschnittenen Senken und zwei Flüssen – dem Kariega River und dem Bush River. Nach der 18-stündigen Anreise waren wir eigentlich reif fürs Bett, doch der erste Gamedrive im offenen Safari-Jeep stand bereits auf dem Programm.

Unsere Park-Rangerin Melissa führte uns in der Safari-Version des Toyota Land Cruiser ins Herz des Parks. Das enorme Wissen der 27-Jährigen über die Lebensweise der Tiere und ihre beeindruckende Erfahrung im Fährtenlesen machten die Safari zu einem großartigen Erlebnis. In manchen Parks irren Selbstfahrer oft ohne jede Kenntnis kreuz und quer auf der Suche nach den Big Five herum – reine Zeit- und Geldverschwendung. Und viel schlimmer: eine unnötige Belastung für die sensible Natur.

Fotos: Stefan Loiperdinger, Kariega Game Resort

„Die beste Art, die Tier- und Pflanzenwelt bei Safaris zu schützen, sind Luxus-Safaris“, schwärmt Jürgen. „Durch die geringe Teilnehmerzahl und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur werden Tiere und Pflanzen nicht nur geschont – die Einnahmen tragen auch zur Pflege der Parks und zum Schutz des Tierbestands bei.“

Foto: Stefan Loiperdinger

Melissa bezwingt den Offroad-Pfad mit Leichtigkeit. Der Toyota schluckt die Schlaglöcher elegant wie ein Rolls-Royce und ist jederzeit bereit, einem Hindernis auszuweichen. So stoppen wir auch rechtzeitig vor dem Nashorn, das nach einer unübersichtlichen Biegung wie ein Fels mitten auf dem Weg steht und erst nach langem Warten im Gras fürs Foto posiert. Nashörner können ganz schön stur sein, und so zieht sich ein Rendezvous mit ihnen gelegentlich in die Länge. Doch Drängeln ist keine Option. Erstens bringt das Nashorn mit fast 2.500 Kilo deutlich mehr auf die Waage als unser Jeep, und zweitens haben Tiere hier absolute Vorfahrt. Genügend Zeit also, um fantastische Fotos aus nächster Nähe zu machen.

Foto: Kariega Game Resort

Nur ein paar Kurven weiter werden wir von einer Giraffenfamilie umzingelt, die genüsslich Blätter von den Bäumen zupft. Die Tiere lassen sich von uns überhaupt nicht stören. Für sie sind wir lediglich ein Teil des Autos – etwas, mit dem sie nichts anfangen können. Sie ignorieren uns völlig und machen weiter, als wären wir gar nicht da. Aussteigen ist dennoch streng verboten. Denn sobald wir den Jeep verlassen würden, würden die Tiere uns als Lebewesen aus Fleisch und Blut wahrnehmen – und unter Umständen als Bedrohung oder sogar Beute betrachten. Wir wollen keine Gelüste wecken und bleiben brav im Jeep. Nach drei Tagen und insgesamt sechs Game Drives fühlen wir uns den Elefanten, Löwen, Antilopen, Giraffen, Nashörnern, Zebras und Nilpferden schon fast vertraut.

kariega.co.za 

Foto: Kariega Game Resort

Natürlich wissen wir alle, wie ein Löwe, ein Elefant oder ein Nilpferd aussieht, und auch die anderen Vierbeiner kennen wir aus dem Zoo oder dem Fernsehen. David Attenborough hat uns mit seinen fantastischen Dokumentationen die gesamte Tierwelt der Erde in die entlegensten Winkel unserer Wohnzimmer gebracht – mit Detailaufnahmen, die präziser sind als jede Realität. Doch den Duft der Wildnis, die von Aromen geschwängerte afrikanische Luft, kann selbst der beste Film nicht vermitteln. Das Gefühl, ein Teil dieser wunderbaren Welt zu sein, ist schlicht betörend. Diese befreiende Gelassenheit, wenn sich der letzte Steuerbescheid im Dunst der Abendsonne über der Savanne in Luft auflöst. Wenn die Natur den Takt vorgibt und die Tiere das Regiment übernehmen. Das ist Safari.

Fotos: Stefan Loiperdinger

Wassersport-Paradies Knysna.

Nach drei Tagen und einer gefühlten Ewigkeit voller Eindrücke aus einer fremden Welt nehmen wir Kurs auf den nächsten Zwischenstopp: das Freizeit- und Sportparadies Knysna. Auf halber Strecke machen wir einen Lunchstopp im Tsitsikamma-Nationalpark. Der Kletter- und Wanderpark mit seiner fast 200 Meter langen Hängebrücke über den Storms River ist besonders bei Familien beliebt. Doch wegen des regnerischen Wetters verzichten wir auf das Abenteuer der Flussüberquerung und lassen uns stattdessen im „Marylin’s 60‘s Diner“ vom Flair der 50er-Jahre mit Elvis-Klängen zu Burger und Cola verführen. Der Besitzer hat hier seinen kuriosen amerikanischen Traum verwirklicht und ein kleines Paradies aus Rock 'n' Roll, Harley-Davidson und amerikanischen Straßenkreuzern geschaffen. In Knysna hat Ceasar bereits einen Tisch im „Sirocco“ reserviert. Viel Seafood und Fleisch stehen auf der Karte – Rind, Lamm, Strauß und Kudu in bester Qualität. Am nächsten Tag erwandern wir die Steilküste und genießen den atemberaubenden Blick auf die Lagunenlandschaft.


FB marilyns60sdiner
sirocco.co.za

Foto: Shutterstock Nico-Farama 

Whale Watching in der Plettenberg Bay.

Man braucht schon etwas Glück, um einen springenden Wal oder wenigstens seine Schwanzflosse vor die Linse zu bekommen. Mit einem Schnellboot brausen wir zusammen mit 25 anderen „Waljägern“ durch die Wellen und treffen auf eine Mutter mit ihrem Jungen, die majestätisch durch die Wogen pflügen. Eine Aufnahme der Rückenflosse war leider das höchste der Gefühle, aber Fotos von springenen Walen sind mit etwas Glück durchaus machbar. Das ganze Jahr über tummeln sich die bis zu 16 Meter langen und 26 Tonnen schweren Brydewale in der Bucht – so schwer wie elf Range Rover. Den ebenfalls bis zu 16 Meter langen, aber 80 Tonnen schweren Südlichen Glattwal kann man von Ende Juni bis Anfang Dezember beobachten. 80 Tonnen wiegen 32 Range Rover auf! Die bis zu 13 Meter langen und 30 Tonnen schweren Buckelwale kommen ebenfalls zu dieser Zeit in die Bucht. Und mit etwas Glück kann man gelegentlich sogar Orcas erspähen.


oceansafaris.co.za

oceanadventures.co.za

plett-tourism.co.za

Fotos: Stefan Loiperdinger, Buffelsdrift 

Luxus im Zelt.

Erster Stopp auf der R328 ist das Buffelsdrift Game Resort, eine rustikale Lodge mit luxuriösen Zelten direkt an einem Wasserloch. Mit den majestätischen Swartberg-Bergen im Hintergrund und dem Wasserloch direkt vor der Tür bietet die Lodge komfortable Zeltunterkünfte und  Waterhole-Zelte mit privaten Terrassen zur Tierbeobachtung. Bei Busch- und Nacht-Safaris kommt man Afrikas Elefanten, Löwen und Geparden ganz nah. Das Highlight sind die Nilpferde, die man bequem und sicher von den Waterhole-Zelten aus beobachten kann. So nah kommt man den agressiven Tieren sonst kaum. Obwohl sie Pflanzenfresser sind, gehören Flusspferde zu den sogenannten territorialen Tieren. Sie verteidigen ihr Revier mit äußerster Vehemenz und gelten als die gefährlichsten Tiere Afrikas – gefährlicher und aggressiver als Löwen oder Elefanten. Bei bis zu drei Tonnen Lebendgewicht sollte man sich besser nicht mit ihnen anlegen. Die Buffelsdrift Game Lodge ist Teil des Geparden-Meta-Populationsprojekts der EWT und trägt zur Erhaltung und Vergrößerung der frei lebenden Geparden-population in ihrem natürlichen Lebensraum im südlichen Afrika beitragen. Seit 2020 ist hier der südafrikanische Gepard zuhause.

+27 0 44 272 0000

Buffelsdrift.com

Fotos: Stefan Loiperdinger

Abenteuer unter Tage.

Knapp eine Stunde weiter kommen wir zu den Tropfsteinhöhlen der Cango Caves, mit über 4 km Länge eine der größten und ausgedehntesten Tropfsteinhöhlen der Welt. Unterteilt in mehrere Abschnitte, kann man die Höhlen je nach Kondition und Körpermaß auf verschiedenen Touren erkunden. Die Heritage Tour ist für alle bequem machbar. Für die Teilnahme an anderen Touren muss man sich jedoch zuerst einem Körpercheck unterziehen. Ähnlich wie bei der Kontrolle von Handgepäck am Flughafen muss man sich durch schmale Schlitze in einer Wand zwängen, um sicherzustellen, dass man auf dem anschließenden Rundgang nicht stecken bleibt. Bei der vierten Tour, dem sogenannten „Teufelskamin“, ist die engste Stelle nur 45 cm hoch und 3,50 Meter lang. Der „Teufels Briefkasten“ misst sogar nur noch 30 cm. Tatsächlich blieb einmal eine Frau stecken, die erst nach stundenlangem Ziehen und Zerren befreit werden konnte. Also: Keine falsche Eitelkeit! Touren unbedingt vorab reservieren!

cango-caves.co.za

Fotos: Stefan Loiperdinger

Fotos: Stefan Loiperdinger (oben), DeZeekoe (unten)

Mit den Erdmännchen auf Augenhöhe.

Nach der Tropfsteinhöle kamen wir am späten Nachmitag in unserer nächsten Herberge an: eine rustikale Lodge mit Pool und Liegewiese – der ideale Ausgangspunkt, um Meerkatzen zu beobachten. Am nächsten Morgen brachen wir schon um 5:30 Uhr auf, um die putzigen Kerle aufzuspüren. Früh morgens kriechen sie aus ihren Erdlöchern, um sich auf Nahrungssuche zu begeben, vor allem nach Gräsern und Insekten. Dabei wird stets ein Gruppenmitglied als Wächter abgestellt, um nach möglichen Gefahren Ausschau zu halten. Damit ihr Körper nicht auskühlt, richten die Meerkatzen ihren Bauch zur Sonne – eine ulkige Haltung, die uns zum Schmunzeln brachte. Nach etwa einer Stunde ist das Schauspiel vorbei, und die zutraulichen Tiere ziehen sich bis zum Abend in ihre Bauten zurück.

dezeekoe.co.za 

Fotos: Stefan Loiperdinger

Kulinarische Genüsse im Kolonialwarenladen.

Nach der Erdmännchenbeobachtung machen wir in Montagu Halt und ergattern gerade noch den letzten freien Tisch in „The Rambling Rose“, einem wunderbaren Kolonialwarenladen mit Restaurant. Wir sind begeistert von der Vielfalt der originellen Waren und der liebevoll gestalteten Einrichtung – es fühlt sich an wie eine Zeitreise zu den Anfängen der Kolonialisierung. Die Auswahl an hausgemachten Marmeladen, Konfitüren, Kuchen, Zwieback, Keksen und Pralinen ist beeindruckend. Selbst den in Salz eingelegten, getrockneten Fisch gibt es noch – ganz wie in alten Zeiten. Frühstück und Mittagessen werden hier ebenso serviert wie das handwerklich hergestellte Brot und Gebäck. Das perfekt gewürzte Malay Curry ist ein absoluter Genuss und hat uns restlos begeistert.

The Rambling Rose + 27 83 401 4503

Fotos: Stefan Loiperdinger

Franschhoek: Im französischen Eck Südafrikas.

Nach 140 Kilometern auf der R43, durch eine von zwei Bergketten flankierte weite Graslandschaft, erreichen wir Franschhoek – das „Französische Eck“ der Winelands. Im 17. Jahrhundert von französischen Hugenotten gegründet, vereint der Ort das Flair der Grand Nation mit einer angenehmen afrikanischen Note. Exzellente Küche, charmante Gästehäuser und Kunstgalerien prägen das kleine Städtchen, das sich rund um die Hauptstraße konzentriert. Unser Hotel „Le Franschhoek“ liegt malerisch am Ortsrand, vor der beeindruckenden Kulisse der Hottentots-Holland-Berge. Mit seiner typischen kapholländischen Architektur fügt sich das 4-Sterne-Hotel harmonisch in die üppige Landschaft ein.

lefranschhoek.co.za

Fotos: Stefan Loiperdinger

Stellenbosch: Europäisches Flair in Afrika.

Stellenbosch ist eine der ältesten Städte Südafrikas und bekannt für ihre prächtige kapholländische Architektur sowie ihre renommierte Universität. Entsprechend jung und lebendig geht es hier zu, mit zahlreichen Cafés, Restaurants, Geschäften und Galerien. Die kapholländische Architektur und die traditionellen Häuser und Gärten im Village Museum erinnern an das niederländische Kolonialerbe Südafrikas. Der Charme der Stadt lässt einen fast vergessen, dass man sich in Afrika befindet – es fühlt sich an wie eine Reise nach England oder Holland.

Fotos: Stefan Loiperdinger

Der Charme vergangener Epochen.

„Onkel Sammys Laden“ (Oom Samie se Winkel) ist ein typischer Kolonialwarenladen im viktorianischen Stil, der heute noch genauso funktioniert wie zu Zeiten des Viktorianischen Zeitalters. Seit 1904 eine Institution in Stellenbosch, steht das Gebäude heute unter Denkmalschutz. Seltene Produkte wie Toffee, Bonbons und authentische Butterfässer aus dem letzten Jahrhundert machen „Oom Samie se Winkel“ zu einem beliebten Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Darüber hinaus findet man hier eine beeindruckende Auswahl an ausgefallenen Antiquitäten, Büchern, handgefertigten Strohbesen, Kleidung, Obst und Gemüse sowie traditionelles südafrikanisches Biltong – getrocknetes Fleisch. Im benachbarten Restaurant, dem Koffiehuis, können Besucher nicht nur köstliche Speisen genießen, sondern auch Weine der Region probieren. Eine angeschlossene Weinboutique bietet sogar einen weltweiten Versandservice an.

oomsamiesewinkel.co.za

Fotos: Stefan Loiperdinger

Weinprobe in den Winelands.

Als die französischen Hugenotten im 17. Jahrhundert Franschhoek gründeten, brachten sie natürlich auch Rebsorten wie Chardonnay, Sémillon und Sauvignon Blanc mit. Diese gedeihen hier hervorragend und werden heute von rund 800 Weingütern produziert und weltweit exportiert. Eine Weintour erlebt man in Franschhoek am besten ganz entspannt mit der „Wine Tram“. Fünf verschiedene Linien starten ab dem Franschhoek- oder Groot-Drakenstein-Terminal und fahren mit der historischen Tram zu 30 Weingütern. Unterwegs gibt es viel Wissenswertes über die lokalen Rebsorten, Kultivare und den Weinbau zu entdecken. Dazu gehören Weinverkostungen sowie ein dreigängiges Gourmet-Mittagessen im Restaurant des jeweils ausgewählten Weinguts.Jürgen hat für uns ein Weintasting beim Warwick Wine Estate organisiert – erst die Verkostung, anschließend ein Gourmet-Picknick am See des Anwesens. Auf dem Warwick Estate werden hauptsächlich Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Cabernet Franc angebaut, davon etwa zwei Drittel als Rotwein. Ausflüge mit Freunden und Familie zu den Weingütern sind in den Winelands sehr beliebt. Für Wochenendbesuche sollte man daher frühzeitig reservieren.

warwickwine.com
winetram.co.za

Foto oben: Cape Town GOV, Fotos unten: Stefan Loiperdinger

Wo der Tafelberg die Skyline krönt.

Zwei Dinge sollte man in Kapstadt unbedingt erlebt haben: den Tafelberg und die Waterfront. Problemlos an einem Tag machbar. Jürgen hat schon eine Woche vorher die Tickets reserviert, und Cesar steht pünktlich um halb acht vor dem Hotel, um uns abzuholen. Später steht man eine Stunde oder länger in der Schlange. Die Fahrt mit der Seilbahn dauert nur drei Minuten, die Aussicht vom Tafelberg ist schlicht atemberaubend. Nach einem kurzen Rundgang schweben wir wieder hinab, und Cesar wartet bereits am Ausgang. Wirklich angenehm, wenn man sich nicht ständig um Parkplätze oder Taxis kümmern muss. Weiter geht es zur Waterfront, dem pulsierenden Zentrum der Stadt. Hier reihen sich Geschäfte, gemütliche Cafés und erstklassige Restaurants entlang des Hafens, während im Hintergrund das majestätische Tafelbergmassiv thront. Die Geschäfte lassen wir links liegen – wir sind hungrig. Im „Time Out Market“, einer riesigen Halle, brutzeln rund zwanzig offene Küchen Gerichte aus aller Welt. Wir entscheiden uns für Koreanisches und sind begeistert. Genau das Richtige: leicht, würzig und unglaublich lecker.

Foto: Stefan Loiperdinger

Am südlichsten Ende Afrikas.

Für die 65 Kilometer von Kapstadt zum Kap der Guten Hoffnung, auch Cape Point genannt, sollte man etwa eineinhalb Stunden einplanen. Wenn man unterwegs an einem der zahlreichen Traumstrände Halt machen möchte, kann die Tour jedoch leicht einen ganzen Tag in Anspruch nehmen – auch wenn ein Bad im nur 12 Grad kalten Meer eher unwahrscheinlich ist. Wir nehmen die wunderschöne Küstenstraße, die M6, die mit vielen Aussichtspunkten und Traumstränden vor der imposanten Kulisse des Bergmassivs der Zwölf Apostel beeindruckt. Unser erster Stopp ist Camps Bay, ein Vorort Kapstadts mit einem berühmten Strand und vielen Restaurants entlang der Strandpromenade. Auch Llandudno Bay und Sandy Beach gehören noch zu Kapstadt. Zur Hout Bay hin steigt die Straße merklich an, was eine fantastische Aussicht auf den Hafen und den Strand ermöglicht. Das Highlight der Strecke ist jedoch der Noordhoek Beach (siehe Foto): acht Kilometer unberührte Natur. Kein Café, kein Restaurant und schon gar kein Liegestuhlverleih stören hier die Idylle.

Foto: South Africa Touristboard

Bei den Pinguinen am Boulders Beach.

Vom Noordhoek Beach geht es weiter zur Ostseite der Halbinsel und schließlich zu Afrikas südlichstem Punkt, dem Cape Point. Streng genommen ist das Kap Agulhas ein paar Kilometer weiter der südlichste Punkt Afrikas, aber das ist lange nicht so spektakulär wie Cape Point. Kurz vor dem Ziel kehren wir im „Two Oceans Restaurant“ zum Mittagessen ein und genießen einen Traumblick auf das Meer. Danach gehen wir die letzten 15 Minuten zum Leuchtturm hinauf. Die Aussicht auf den Atlantischen Ozean zur Rechten und den Indischen Ozean zur Linken ist atemberaubend – ebenso wie der Wind. Er ist so stark, dass es mir kaum gelingt, die Kamera ruhig zu halten. Auf dem Rückweg machen wir Halt am Boulders Beach in Simon’s Town an der False Bay. Ein Besuch in Kapstadt ist nicht komplett ohne die weltberühmte Kolonie der Pinguine! Ein engagiertes Aufzuchtprogramm hat die Population von nur zwei Pinguinen im Jahr 1982 auf beeindruckende 3.000 im Jahr 2020 anwachsen lassen. Zurück in Kapstadt wartet unser Abschiedsessen – der perfekte Abschluss einer unvergesslichen Reise.

capepoint.co.za

Fotos: Stefan Loiperdinger

Abschiedsdinner im Upper Union.

Für unseren letzten Abend hat Jürgen ein ganz besonderes Restaurant ausgewählt, das außergewöhnliche Gerichte der südafrikanischen Küche serviert. Im denkmalgeschützten Gebäude an der Kloof Street dreht sich alles um ausgefallene Cocktails, eine stilvolle viktorianische Einrichtung und spannende Gerichte mit kräftigen Aromen. Ein echtes Erlebnis – genauso wie unsere gesamte Reise. Inspiriert von den Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, begeistert von der faszinierenden Landschaft und voller Vorfreude auf das nächste Afrika-Abenteuer lassen wir den Abend gemeinsam mit unseren neuen Freunden ausklingen.

upperunion.co.za

Danke.

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